Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft

In 50-90% aller schwangeren Frauen tritt während der Schwangerschaft Übelkeit und Erbrechen auf. Davon haben nur 2% die morgendliche Übelkeit, bei über 80% hält diese den ganzen Tag an, in 20% kann es die gesamte Schwangerschaft anhalten. Wenn man mehr als 5x pro Tag erbricht, mehr als 5% Gewicht verliert, sowie die Flüssigkeitsaufnahme schwierig ist, muß unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, da es zu schweren Stoffwechselstörungen kommen kann.

Symptome wie Völlegefühl, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Bauchkrämpfe sind in der Schwangerschaft insbesondere bis zur 12 Woche durchaus häufig und normal.

Therapie:

AkkupressuränderEs gibt Akupressurbänder , die am Handgelenk getragen werden (Bild rechts oder Ähnliche).

IngwerDesweiteren hat sich aus der orthomolekularen Medizin die Vitamin B6 Substitution (z.B. B6 Form / 25 Pyridoxin) bewährt, da ein Mangel Übelkeit begünstigt . Geeignet sind hier neben Nahrungsergänzungsmitteln auch Walnüsse (vorsicht Fettanteil! Gewicht). Auch erfolgreich kann Ingwer z.B. als Tee sein.


Durch den Arzt können Medikamente (z.B. Vomex A)  verordnet werden, die ca. 30 Min nach Einnahme eine deutliche Besserung erwarten lassen. n Fällen mit starkem Flüssigkeitsverlust können Infusionstherapien helfen.

Hinter den Symptomen können sich aber auch Erkrankungen, die eine Therapie bedürfen, verstecken. Z.B.:

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Magenschleimhautentzündungen (= Gastritis)
Kann akut oder chronisch auftreten. Auslöser können neben Nikotin und Alkohol auch Medikamente oder Lebensmittelunverträglichkeiten sein,  ebenso Kaffee etc.
Therapie:
Neben Schonkost und Verzicht auf Reizstoffe, sowie ausreichend Flüssigkeit, kann die medikamentöse Therapie mit Antazida , Säurehemmern oder krampflösende Medikamente, durch den Arzt verordnet, helfen.
In einzelnen Fällen bei Nachweis einer Infektion mit dem Bakterium Heliobacter  können auch Antibiotika zur Beschwerdefreiheit führen

Magen –und Zwölffingerdarmgeschwüre:
Durch eine chronische oder nicht behandelte Gastritis können Geschwüre entstehen, die neben starken Schmerzen und Blutungen auch ein Risiko für Fehl- oder Frühgeburten beinhalten. In solchen Fällen ist die Diagnosestellung ggf mit Magenspiegelung durch den Gastroenterologen notwendig.
Symptome können neben starken Schmerzen auch Bluterbrechen  oder Blutverlust über den Darm sein.

Schilddrüsenerkrankungen:
Eine Schilddrüsenüberfunktion kann ebenfalls Erbrechen und Übelkeit in der Schwangerschaft verursachen, so daß ggf. Laborwerte der Schilddrüse kontrolliert werden müssen. Bei bekannter Schilddrüsenerkrankung ist die Einstellung der Medikamente zu  überprüfen bzw. eine regelmäßige Einnahme wichtig.
Die Symptome sind neben ganztägigen Erbrechen eher unspezifisch, aber Gewichtsabnahmr, Volumenmangel sowie obstartiger Mundgeruch (metabolische Ketoazidose) können auftreten.

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Was kann man bei Schwangerschaftwunsch bereits vorab tun?

Sinnvoll ist ab Kinderwunsch neben der wichtigen Folsäure auch B6 einzunehmen (insbesondere nach und unter Pille ist häufig B6 Mangel zu beobachten), so dass bei raschem Eintritt der Schwangerschaft bereits ausreichende Werte im Blut vorliegen.

Gesunde fettarme und kohlenhydratreiche Ernährung mit kleinen über den Tag verteilten Mahlzeiten. Immer frühstücken! Am Besten vor dem Aufstehen kleine Mahlzeit oder Getränke zu sich nehmen. Reichlich Flüssigkeitsaufnahme (2-3 L/Tag), wobei Kaffee , Schwarztees, Kohlensäure und starke säurehaltige Getränke zu meiden sind. Am besten zum Teil Ingwertee.

Stark gewürzte und scharfe Speisen meiden. Kein Nikotin!

Streß meiden. Bewegung insbesondere an der frischen Luft.

Praxis LogoWir wünschen Ihnen eine gute Schwangerschaft mit bestem Wohlbefinden für Mutter und Kind!

Ihr Frauenarztpraxis
Dr. A. Kaupper-Kelterborn