Ozon hilft bei Bandscheibenvorfällen

Echo OnlineEcho Online - 14. Juli 2014
Medizin – Der Arzt Mazen Kazabr informiert bei den Landfrauen über eine neue Behandlung
 
Großes Interesse zeigten die Landfrauen vor kurzem für einen Vortrag über Bandscheibenvorfälle und eine mögliche Behandlung mit Ozon. Mit dem Mediziner Mazen Kazabr stand ihnen ein Facharzt für Neurochirurgie aus einer Wirbelsäulenpraxis Rede und Antwort.

NAUHEIM. Mehr als 30 Landfrauen wissen jetzt alles über die neuesten Behandlungsmethoden bei akuten Bandscheibenvorfällen. Der Arzt Mazen Kazabr, ein Spezialist bei Rückenschmerzen, informierte im Café Stelzer über die Ozontherapie.

Bandscheibenvorfälle seien die häufigsten Erkrankungen an der Wirbelsäule, hieß es. Beschwerden äußerten sich durch Rückenschmerzen oder Schmerzen in den Beinen. Auch zu Ausfallerscheinungen und Lähmungen sowie zu Taubheit im Bein könne es kommen. Im schlimmsten Fall verlören Patienten die Kontrolle über ihre Harnblase. „Dann muss sofort operiert werden“, sagte Kazabr.

Ozon komme nur bei frischen Bandscheibenvorfällen in Frage, also wenn noch keine akuten neurologischen Ausfälle aufgetreten seien. Bei der Behandlung werde ein chemischer Prozess in Gang gesetzt, der durch die Injektion eines Gemisches aus Ozongas direkt in den Bandscheibenkern ausgelöst werde. Das führe dann dazu, dass der Kern der Bandscheibe durch das Gas aufgelöst werde und von innen zerfalle. Dadurch ziehe sich der ausgestülpte Kern wieder zurück, und die Nervenwurzeln seien wieder frei.

Diese Behandlungsmethode sei in Italien entwickelt worden. Italienischen Studien zufolge lebten 75 Prozent der entsprechend behandelten Patienten beschwerdefrei. Allerdings sei der Erfolg nicht von Dauer, sondern halte lediglich sechs Monate bis ein Jahr. Die Behandlung könne aber beliebig oft wiederholt werden, sagte Kazabr.

Ozongas habe eine entzündungshemmende und abschwellende Wirkung. Es werde auch in verletzte Muskelpartien gespritzt. Risiken und Nebenwirkungen seien kaum bekannt. Vereinzelt bestehe die Möglichkeit, dass Patienten allergisch reagierten. Deshalb sei es ratsam, nach dem Eingriff zur Beobachtung eine Nacht lang in der Klinik zu bleiben. Bei Patienten mit bereits sehr großen Ausfallerscheinungen, die die Kontrolle über die Harnblase verloren haben oder die ihr Bein nicht mehr bewegen können, sei Ozongas nicht hilfreich. Nach Aussage des Facharztes müssten Sie schnellstens operiert werden, sonst sterbe der Nerv ab.

Der Doktor informierte darüber, dass Rückenbeschwerden und Bandscheibenvorfälle zunähmen. Die Patienten würden zudem immer jünger. Der Grund: Immer mehr Menschen üben sitzende Tätigkeiten aus, die Bewegung kommt zu kurz. Fehlhaltungen trügen dazu bei, dass sich Bandscheiben rascher abnutzten. Vorbeugend, riet Mazen Kazabr, solle man die Rückenmuskulatur stärken. Gut sei auch Schwimmen, das entlaste die Bandscheiben. Bei akuten Schmerzen sei Sport allerdings nicht zu empfehlen.

Die Landfrauen stellten dem Arzt zahlreiche Fragen, die kompetent und verständlich beantwortet worden seien, berichtet Vorsitzende Anne Dammel. Während des Gedankenaustauschs hatten sich zwei Frauen zu Wort gemeldet und erzählt, dass sie seit Jahren Rückenschmerzen gehabt hätten. Mazen Kazabr habe ihnen mit seinen Behandlungsmethoden die Schmerzen genommen, bestätigten sie.