Ozontherapie - Ozon für die Bandscheibe

Vortrag Ozonbehandlung

Die über dreißig Landfrauen und Gäste verfolgten mit großem Interesse im Café Stelzer den Vortrag von Dr. Mazen Kazabr, Facharzt für Neurochirurgie, Wirbelsäulenpraxis Rüsselsheim.In Wort und Bild sprach er am 30.06.2014 zum Thema: "Ozontherapie - Ozon für die Bandscheibe"!

Bandscheibenvorfälle so der Referent, sind die häufigsten Erkrankungen an der Wirbelsäule. In seinen Ausführungen schilderte Dr. Kazabr den Aufbau der Wirbelsäule, wie sich der Kern durch Abnutzung verändert und das die Gefahr besteht, dass Nerven eingeklemmt werden!
 Die Beschwerden äußerten sich durch Rückenschmerzen oder Schmerzen in den Beinen. Auch zu Ausfallerscheinungen und Lähmungen oder Taubheit im Bein könnte es kommen. Im schlimmsten Fall kann auch die Kontrolle der Harnblase davon betroffen sein. Dann muss sofort operiert werden!

Ozon für die Bandscheibe käme nur bei frischen Bandscheibenvorfällen in Frage bei denen es noch keine akuten neurologischen Ausfälle gäbe. Wie das Verfahren funktioniert wurde von dem Facharzt verständlich erklärt! Hierbei wird ein chemischer Prozess in Gang gesetzt. Ausgelöst durch das Injizieren eines Gemisches aus Ozongas, direkt in den Bandscheibenkern! Das führe dazu so Dr. Kazabr, dass der Kern der Bandscheibe durch das Gas aufgelöst wird und von innen zerfällt. Dadurch zieht sich der ausgestülpte Kern wieder zurück und die Nervenwurzeln sind wieder frei. Diese Behandlungsmethode wurde ursprünglich in Italien entwickelt. Dort machte man auch entsprechende Studien, wonach 75 % der so behandelten Patienten beschwerdefrei sind. Allerdings ist der Erfolg nicht von Dauer, sondern hält sechs Monate bis ein Jahr. Der Vorteil ist aber, dass die Behandlung beliebig oft wiederholt werden kann!

Ozongas ist ein sehr nützliches Mittel. Es wird hauptsächlich zur Entkeimung von Trinkwasser und zum Desinfizieren genutzt und ist völlig ungefährlich. Durch seine entzündungshemmende und abschwellende Wirkung wird es auch in die betroffenen Muskelpartien gespritzt. Dabei sind wenige Risiken und Nebenwirkungen zu erkennen. Vereinzelt bestehe die Möglichkeit, dass Patienten eine allergische Reaktion zeigen. Deshalb wird den Patienten nach dem Eingriff geraten, eine Nacht zur Beobachtung in der Klinik zu bleiben. Bei Patienten mit großen Ausfallerscheinungen, die die Kontrolle über die Harnblase verloren haben oder ihr Bein nicht mehr bewegen können, könnten so nicht behandelt werden. Nach Aussage des Facharztes müssten Sie schnellsten operiert werden, sonst sterbe der Nerv ab.

Herr Dr. Kazabr informierte, dass die Rückenbeschwerden und die Bandscheibenvorfälle in der Bevölkerung zu nehmen, die Patienten werden zudem immer jünger! Das läge vor allem an der gesellschaftlichen Entwicklung. Es werden immer mehr sitzende Tätigkeiten ausgeübt, die Bewegung kommt zu kurz. Diese Fehlhaltung trage dazu bei, dass die Bandscheiben sich schneller abnutzen. Vorbeugend solle man die Rückenmuskulatur stärken! Dies bewirke, dass die Bandscheiben entlastet werden. Gewichtheben empfiehlt der Wirbelsäulenspezialist nicht, weil das eher die Wirbel staucht. Besser seien leichte Übungen zur Stärkung der Muskulatur oder auch schwimmen. Hat man allerdings akute Schmerzen, rät der Facharzt vom Sporttreiben ab.

Nach dem informativen Vortrag, nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit Fragen zustellen, die kompetent und verständlich von dem Referent beantwortet wurden. Während des Gedankenaustausches meldeten sich am Abend zwei Frauen zu Wort. Sie klagten über jahrelange Rückenschmerzen und beschrieben ihren Leidensweg, bis sie auf Dr. Kazabr stießen, der ihnen mit neuen Behandlungsmethoden die Schmerzen nahm.

Die Vorsitzende der Nauheimer Landfrauen, Anne Dammel, bedankte sich im Namen aller Zuhörer mit einem "Spezialitätenkörbchen" bei Herrn Dr. Kazabr.

Artikel übernommen mit freundlicher Genehmigung der Landfrauen Nauheim