Durch Sprache lernt ein Kind sich selbst und seine Umwelt zu verstehen!
Man kann  sich vorstellen, wie es einem Kind ergeht, das in seiner Sprachentwicklung eingeschränkt ist. Daher liegt es mir besonders am Herzen hier das aktuelle Thema der Zweisprachigkeit anzusprechen. Nicht zuletzt, da in Rüsselsheim der Anteil von Personen mit Migrationshintergrund hoch ist.

 

Es sollte in unser aller Interesse sein, Probleme frühzeitig und rechtzeitig zu erkennen und zu beheben. Hierzu  zählen neben Präventionsarbeit im Kindergarten auch die Elternarbeit und ein genaues Hinsehen bei den U- Untersuchungen. Ich erwarte und erhoffe, dass zukünftig diese Zusammenarbeit noch besser funktioniert.

Täglich versuche ich, dies in Kindergärten durch fachlichen Austausch und Elternabende, bei Elterngesprächen und Aufklärung in meiner Praxis und durch engen Kontakt zu den Ärzten zu erreichen.

Nur wenn das Kind seine Muttersprache beherrscht, kann es auch eine Zweitsprache korrekt erlernen. Die Muttersprache ist die Basis zum Erlernen einer weiteren Sprache. Eltern zu raten, hauptsächlich deutsch mit ihrem Kind zu sprechen, kann falsch sein.

In der eigenen Sprache, die Kinder seit den ersten Lebensjahren hören und sprechen, können die Kinder Zusammenhänge und Gefühle viel besser vermitteln, als in einer Sprache, die sie erst anfangen zu erlernen. Deswegen sollen Eltern die sprachlichen Fähigkeiten ihres Kindes lieber in der Muttersprache intensiv fördern.

Das Kind sollte Sprache immer einer Bezugsperson oder einem Bezugssystem zuordnen können, damit es die jeweiligen Regeln "sortieren" kann.

Kinder können Strukturmerkmale der Erstsprache leicht auf die zweite Sprache übertragen. Bezeichnungen und Klassifizierungen sind bereits ausgeprägt und die neuen Wörter müssen nur noch " angedockt" werden.

Für Kinder ist es problematisch, wenn ihre sprachlichen Fähigkeiten nicht beachtet, wahrgenommen und ausreichend gewürdigt werden. Wenn also die Sprache des Kindes nicht verstanden und beachtet wird, nimmt man dem Kind die Chance auf eine gesunde Einstellung zu seinen kommunikativen Fähigkeiten, was sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den Erwerb der Zweitsprache(n) auswirken wird.

Je früher das Kind zu uns geschickt wird, desto weniger Therapieeinheiten werden benötigt, da der Spracherwerb noch nicht abgeschlossen ist und falsche Strukturen noch nicht gefestigt sind.

Wenn dies nicht geschieht und die Kinder und Eltern mit der mangelhaften Sprachfähigkeit allein gelassen werden, verschieben sich die Probleme bis ins Erwachsenenalter.

Zum Schluss möchte ich zu überlegen geben: Keine Sprache ist "mehr wert" als eine Andere, alle sind als gleichwertig zu betrachten.

Für Fragen und Probleme bin ich jederzeit ansprechbar.
Andrea Schwab

Sagenhaft Logopäden